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Ausland – Alles rund um ein Auslandspraktikum

Von allen Auslandsaufenthalten ist das Praktikum der fachlich wertvollste – und der am schwersten zu findende. Wo du suchst, welche Zuschüsse es gibt und was im Vertrag stehen muss.

3 Min. Lesezeit

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Warum es sich lohnt

Ein Auslandspraktikum verbindet drei Dinge, die sonst getrennt bleiben: Sprache im Arbeitsalltag, fachliche Erfahrung und ein Beleg, dass du dich in einer fremden Umgebung zurechtfindest. Im Lebenslauf steht es näher an deinem Ziel als jede Reise – und im Bewerbungsgespräch hast du eine Geschichte, die niemand sonst hat.

Geht das auch in der Ausbildung?

Ja, und viele Azubis wissen es nicht. Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) kann ein Teil der Ausbildung im Ausland stattfinden, wenn er dem Ausbildungsziel dient, insgesamt bis zu einem Viertel der Ausbildungsdauer. Dein Ausbildungsbetrieb muss zustimmen, und weil der Aufenthalt zur Ausbildung gehört, läuft deine Vergütung in dieser Zeit weiter. Erste Anlaufstelle ist deine Kammer, also die IHK oder Handwerkskammer, die auch bei Förderung und Partnerbetrieben weiterhilft. Für dich hat das einen Vorteil, den eine Sprachreise nicht hat: Du lernst die Fachsprache deines Berufs, nicht nur Alltagsenglisch.

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Wo du suchst

  • Erasmus+ fördert Praktika in Europa – für Studierende über das International Office der Hochschule, für Auszubildende und frisch Ausgebildete über die Berufsschule oder die Kammer. Der Zuschuss richtet sich nach Land und Dauer.
  • Die eigene Hochschule oder Berufsschule. Viele haben feste Partner im Ausland. Das ist der kürzeste Weg und wird am häufigsten übersehen.
  • Deutsche Unternehmen mit Standorten im Ausland. Bewerbung auf Deutsch, Praktikum vor Ort – oft leichter zu bekommen als bei einer lokalen Firma.
  • Auslandshandelskammern in vielen Ländern: Sie kennen Betriebe, die schon einmal Praktikanten aus Deutschland hatten.
  • Agenturen vermitteln gegen Gebühr. Sinnvoll, wenn Sprache oder Zeit fehlen; prüf dann, ob die Vermittlung ein echtes Praktikum garantiert oder nur eine Liste von Adressen.

Bezahlt oder unbezahlt

In vielen Ländern sind Praktika unbezahlt oder werden mit einer Aufwandsentschädigung vergütet. Das macht die Zuschüsse zum entscheidenden Punkt: Erasmus+ für Europa, Auslands-BAföG auch für Praktika, dazu Stipendien einzelner Träger und Programme der Länder. Auslands-BAföG bekommen häufig auch Menschen, die im Inland keinen Anspruch hätten – der Antrag lohnt sich fast immer, muss aber ein halbes Jahr vorher gestellt werden.

Was in den Vertrag gehört

  • Zeitraum, Wochenarbeitszeit und Urlaubstage.
  • Aufgabenbeschreibung, nicht nur die Abteilung – sie ist später die Grundlage des Zeugnisses.
  • Wer die Versicherung stellt und was sie abdeckt.
  • Ob und wie viel gezahlt wird, und ob Unterkunft gestellt wird.
  • Bei Pflichtpraktika: dass der Betrieb die Bescheinigung ausstellt, die deine Hochschule oder Schule verlangt.

Praktisches

Kläre Visum und Aufenthaltsstatus früh – innerhalb der EU unkompliziert, außerhalb oft mit Vorlauf von Monaten. Prüf die Krankenversicherung: Die europäische Karte gilt in der EU, außerhalb brauchst du eine Auslandskrankenversicherung. Und kümmere dich um die Unterkunft, bevor du fliegst; ein Praktikum, dessen erste Woche für Wohnungssuche draufgeht, fängt schlecht an.

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Was danach zählt

Bitte am letzten Tag um ein Zeugnis oder wenigstens eine Bestätigung mit Aufgaben und Zeitraum – auf Englisch, wenn die Landessprache exotisch ist. Und notier dir noch vor Ort, was du konkret gemacht hast. Ein Jahr später erinnerst du dich an die Stadt, aber nicht mehr an die Projekte, und genau danach wird im Bewerbungsgespräch gefragt.

Häufige Fragen

Wird ein Auslandspraktikum bezahlt?

Oft nicht oder nur mit einer Aufwandsentschädigung. Dafür gibt es Zuschüsse: Erasmus+ für Europa, Auslands-BAföG auch für Praktika und Stipendien einzelner Träger. Die Anträge brauchen mehrere Monate Vorlauf.

Wie lange sollte es dauern?

Mindestens zwei Monate, damit über die Einarbeitung hinaus etwas hängen bleibt – und weil kürzere Praktika bei den meisten Förderprogrammen nicht gefördert werden.

Brauche ich perfekte Sprachkenntnisse?

Nein, aber genug, um Anweisungen zu verstehen und nachzufragen. Viele deutsche Unternehmen mit Auslandsstandorten nehmen Praktikanten mit soliden Grundkenntnissen – und genau dort lernt man die Sprache dann im Alltag.

Kann ich als Azubi ein Praktikum im Ausland machen?

Ja, wenn dein Betrieb zustimmt. Ein Teil der Ausbildung, bis zu einem Viertel der Dauer, darf im Ausland stattfinden. Die Vergütung läuft weiter, und über Erasmus+ gibt es Zuschüsse.

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