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Frühstudium für Schüler:innen

Vorlesung am Dienstagvormittag, Matheklausur am Donnerstag in der Schule: Beim Frühstudium besuchst du schon als Schüler:in echte Lehrveranstaltungen an einer Hochschule. Je nach Hochschule heißt das Angebot auch Schülerstudium oder Juniorstudium.

3 Min. Lesezeit

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Was ist ein Frühstudium?

Du sitzt in denselben Vorlesungen und Seminaren wie die regulären Studierenden, schreibst auf Wunsch Prüfungen mit und bekommst dafür einen Nachweis. Eingeschrieben im üblichen Sinn bist du meist nicht, weil dir die Hochschulzugangsberechtigung noch fehlt, also das Abitur oder ein vergleichbarer Abschluss. Viele Hochschulen führen dich deshalb mit einem eigenen Status, etwa als Frühstudierende:r oder Gasthörer:in.

Eine bundesweite Regel gibt es nicht. Jede Hochschule legt selbst fest, welche Fächer sie öffnet, ab welcher Klasse du mitmachen darfst und wie die Anmeldung läuft. Oft beschränkt sich das Angebot auf Fächer, die an die Schule anknüpfen, etwa Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Sprachen.

Wer kann mitmachen?

Gedacht ist das Frühstudium für Schüler:innen der Oberstufe, die in einem Fach deutlich mehr wollen, als der Unterricht hergibt. Gute Noten allein reichen selten. Typische Voraussetzungen sind:

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  • eine Empfehlung oder Zustimmung deiner Schule, meist von Fachlehrkraft und Schulleitung
  • die Unterschrift deiner Eltern, solange du unter 18 bist
  • die Freistellung vom Unterricht für die Zeiten, in denen du an der Hochschule bist
  • bei manchen Hochschulen ein kurzes Gespräch oder ein Motivationsschreiben

Ab welcher Klassenstufe es losgeht, ist unterschiedlich. Frag zuerst deine Lehrkräfte, ob die Schule schon mit einer Hochschule in der Nähe zusammenarbeitet. Das spart dir viel Sucherei.

Wie passt das neben die Schule?

Die Schule hat Vorrang. Was du im Unterricht verpasst, holst du selbst nach, und Klausuren schreibst du ganz normal mit. Rechne pro Lehrveranstaltung mit der Zeit im Hörsaal plus Fahrtwegen, Vor- und Nachbereitung und vor Prüfungen zusätzlicher Lernzeit.

Für den Anfang sind ein bis zwei Veranstaltungen pro Semester realistisch. Lassen deine Noten in der Schule nach, kannst du reduzieren oder ein Semester aussetzen. Wenn es im Alltag ohnehin eng wird, helfen die Tipps zum Zeitmanagement.

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Was bringt dir das Frühstudium?

Vor allem Klarheit. Du merkst früh, ob dir ein Fach an der Uni wirklich liegt oder ob es nur in der Schule Spaß gemacht hat. Das hilft bei der Frage, was du studieren willst, und kann dir einen späteren Fachwechsel ersparen.

Dazu lernst du den Uni-Alltag kennen: wie Vorlesungen ablaufen, wie man mitschreibt, wo man Literatur findet und wie eine Uni-Klausur aussieht. In Bewerbungen für Stipendien kann ein Frühstudium außerdem zeigen, dass du dich über den Unterricht hinaus engagierst.

Werden die Leistungen später angerechnet?

Das ist möglich, aber nicht garantiert. Bestandene Prüfungen bekommst du in der Regel bescheinigt, oft mit Leistungspunkten (ECTS, damit messen Hochschulen den Arbeitsaufwand eines Moduls). Ob sie im späteren Studium zählen, entscheidet die Hochschule, an der du dich dann einschreibst, meist das Prüfungsamt deines Studiengangs.

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Am besten stehen die Chancen, wenn du später dasselbe Fach an derselben Hochschule studierst. Wechselst du Hochschule oder Fach, wird jede Leistung einzeln geprüft. Heb alle Bescheinigungen auf und stell den Antrag auf Anrechnung gleich zu Beginn des Studiums.

Was kostet ein Frühstudium?

Studiengebühren oder Semesterbeiträge zahlen Frühstudierende meist nicht. Verbindlich ist, was die jeweilige Hochschule auf ihrer Website angibt. Fahrten, Bücher und Material bezahlst du in der Regel selbst, und ein Semesterticket gibt es ohne reguläre Einschreibung meist nicht.

Wie meldest du dich an?

  • Auf der Website der Hochschule nach „Frühstudium“, „Schülerstudium“ oder „Juniorstudium“ suchen.
  • Die Anmeldefrist notieren. Sie liegt oft einige Wochen vor Semesterbeginn.
  • Mit Schule und Eltern sprechen und die nötigen Unterschriften einholen.
  • Lehrveranstaltungen auswählen, am besten zusammen mit der Studienberatung oder der Ansprechperson für Schüler:innen.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Frühstudium Bestnoten?

Nicht zwingend. Wichtiger ist, dass deine Schule dir zutraut, verpassten Stoff nachzuholen, und dass dich das Fach wirklich interessiert. Manche Hochschulen nennen trotzdem einen Notenrahmen.

Bekomme ich durch das Frühstudium später leichter einen Studienplatz?

Einen Anspruch darauf hast du nicht. In zulassungsbeschränkten Fächern läuft die Bewerbung später ganz regulär, meist zählt vor allem die Abiturnote.

Muss ich Prüfungen mitschreiben?

Meist entscheidest du das selbst. Wer nur reinschnuppern will, besucht die Veranstaltungen ohne Prüfung. Für eine spätere Anrechnung brauchst du aber einen bestandenen Leistungsnachweis.

Gibt es auch kürzere Angebote für Schüler:innen?

Ja, viele Hochschulen haben Schnuppertage, Ferienkurse oder Infotage. Die dauern nur wenige Tage und verpflichten dich zu weniger als ein ganzes Semester.

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