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Was soll ich nur studieren? Finde es heraus!

Mehrere tausend Studiengänge, und die Namen sagen wenig über den Inhalt. Wie du von der Interessenrichtung zu drei konkreten Fächern kommst – und woran du merkst, dass eines davon passt.

4 Min. Lesezeit

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Der Name eines Studiengangs sagt fast nichts

Zwei Fächer mit demselben Titel können völlig verschieden aufgebaut sein. „Medienmanagement“ ist an einer Hochschule zu zwei Dritteln Betriebswirtschaft und an der nächsten Gestaltung. „Wirtschaftsingenieurwesen“ enthält an manchen Universitäten mehr Mathematik als ein Maschinenbaustudium. Wer nach Namen sucht, sucht am Inhalt vorbei.

Das einzige Dokument, das die Frage beantwortet, ist das Modulhandbuch. Es steht bei jeder Hochschule öffentlich im Netz, ist meistens hässlich formatiert und beschreibt jede einzelne Veranstaltung mit Inhalt, Umfang und Prüfungsform. Zehn Minuten darin ersetzen jede Broschüre.

Von der Richtung zum Fach

Fang bei der Art zu arbeiten an, nicht bei den Fächern. Vier Fragen, die schnell eingrenzen:

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  • Willst du mit Zahlen, mit Sprache, mit Menschen oder mit Material arbeiten? Die meisten Fächer haben davon einen klaren Schwerpunkt, auch wenn der Titel etwas anderes verspricht.
  • Willst du verstehen, warum etwas so ist – oder etwas herstellen, das funktioniert? Das ist der Unterschied zwischen Universität und Fachhochschule, quer durch alle Fächer.
  • Wie viel Mathematik erträgst du? Nicht magst – erträgst. An Mathematik und Statistik scheitern die meisten Abbrüche in den ersten Semestern, und zwar in Fächern, in denen niemand damit gerechnet hat: Psychologie, Wirtschaft, Geografie.
  • Brauchst du ein klares Berufsbild am Ende? Medizin, Lehramt und Ingenieurwesen führen zu einem Beruf. Geistes- und Sozialwissenschaften führen zu vielen – das ist ein Vorteil für die einen und eine Zumutung für die anderen.

Bei Fächern ohne festes Berufsbild entscheidet sich der spätere Einstieg vor allem an dem, was du neben dem Studium machst: Praktika, ein Nebenjob im Feld, ein Schwerpunkt in den höheren Semestern, eine Abschlussarbeit mit Praxisbezug. Wer das erst im letzten Semester angeht, hat diesen Teil verpasst.

Der Orientierungstest als Vorsortierung

Der Orientierungstest hier sortiert auch die 184 Studienfächer im Verzeichnis nach deinen Interessen. Er misst Interessen, keine Eignung – aber er bringt Fächer auf den Tisch, deren Namen man nicht kennt und die zur eigenen Richtung passen. Genau da liegt der Nutzen: in den drei Vorschlägen, an die man nicht gedacht hat.

Was du prüfen solltest, bevor du dich festlegst

  • Modulhandbuch der ersten zwei Semester. Wenn du bei der Hälfte der Titel nicht wissen willst, was dahintersteckt, ist es das falsche Fach.
  • Prüfungsformen. Zehn Klausuren pro Semester sind ein anderes Studium als drei Hausarbeiten – und beides gibt es unter demselben Fachnamen.
  • Zulassung. Ist das Fach zulassungsfrei, örtlich beschränkt oder läuft es über hochschulstart.de? Der Abirechner zeigt dir, wo dein Schnitt steht.
  • Regelstudienzeit und wie viele sie einhalten. Diese Zahl bekommst du auf Nachfrage bei der Studienberatung, und sie sagt mehr über den Alltag als jede Selbstbeschreibung.
  • Was danach kommt. Frag nicht die Hochschule, sondern such auf Jobportalen nach dem Fachnamen. Was dort steht, ist der Markt.

Ein schlechter Maßstab ist dagegen der Ruf eines Fachs. Ein Studium, das dich drei Jahre lang langweilt, wird durch ein gutes Ansehen nicht leichter, und ein Abbruch kostet mehr Zeit als eine gründliche Entscheidung vorher.

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Der eine Schritt, der am meisten bringt

Geh in eine Vorlesung. Die meisten Hochschulen erlauben das ohne Anmeldung, viele haben Schnuppertage. Eine Stunde im Hörsaal beantwortet Fragen, die keine Beschreibung beantwortet: Wie schnell wird geredet, wie viel wird vorausgesetzt, wie sehen die Leute aus, die dort sitzen.

Und sprich mit Studierenden aus dem dritten oder vierten Semester, nicht mit Erstsemestern. Erstsemester sind noch begeistert oder schon überfordert; im dritten Semester weiß man, wie das Fach wirklich ist.

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Die Studienberatung der Hochschulen berät auch Schülerinnen und Schüler, die noch nicht eingeschrieben sind. Schwankst du noch zwischen Studium und Ausbildung, hilft die Berufsberatung der Agentur für Arbeit kostenlos weiter.

Spielt es eine Rolle, wo du studierst?

Wenn das Fach feststeht, bleibt die Frage nach dem Ort. Große Städte haben mehr Kultur und mehr Nebenjobs, dafür sind Mieten und Lebenshaltung oft deutlich teurer. Rechne vorher durch, was ein Zimmer kostet – das kann am Ende die Wahl entscheiden. Mehr dazu unter Wohnen im Studium.

Auch die Hochschule selbst macht einen Unterschied. An einer kleinen kennt man sich schneller und die Wege sind kürzer, an einer großen ist die Auswahl an Schwerpunkten breiter. Interessiert dich ein Teilgebiet besonders, sieh nach, wo dazu gelehrt und geforscht wird; das Modulhandbuch zeigt, welche Wahlmodule es gibt.

Dann ist da die Entfernung nach Hause. Wer regelmäßig zur Familie oder zu Freunden fahren will, zahlt bei einer Hochschule am anderen Ende des Landes mit Zeit und Fahrtkosten. Das spricht nicht automatisch gegen den Umzug, gehört aber in die Rechnung.

Wenn du dich falsch entscheidest

Ein Fachwechsel im ersten Jahr kostet wenig und ist häufiger, als es im Hörsaal wirkt. Auch ein Abbruch ist kein verlorenes Jahr: In vielen Ausbildungsberufen wird die Studienzeit angerechnet und verkürzt die Lehre. Wichtig ist nur, früh mit der Studienberatung zu sprechen – sie kennt Wege, die von außen nicht sichtbar sind, und sie ist nicht dafür da, dich zu halten.

Häufige Fragen

Sollte ich zuerst den Beruf oder das Fach wählen?

Wenn du einen klaren Berufswunsch hast, vom Beruf aus: Welche Fächer führen dorthin? Wenn nicht, vom Interesse aus, und dann früh prüfen, welche Berufe realistisch folgen.

Ist die Uni oder die Fachhochschule besser?

Keine von beiden ist grundsätzlich besser. An der Universität geht es stärker um Theorie und Forschung, an der Fachhochschule um Anwendung, oft mit einem Praxissemester. Entscheidend ist, welche Art zu lernen dir liegt.

Ist ein Abschluss aus einer kleinen Stadt weniger wert?

Nein. Ein Bachelor ist ein Bachelor, egal an welcher staatlich anerkannten Hochschule du ihn machst. Unterschiede gibt es bei Schwerpunkten, Größe und Lebenshaltungskosten – das betrifft eher deinen Alltag als dein Zeugnis.

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