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Bewerbung – Wie soll ein Anschreiben aussehen?

Das Anschreiben ist die einzige Seite deiner Bewerbung, auf der du selbst sprichst. Eine Seite, drei bis vier Absätze, und in jedem steht etwas, das nicht schon im Lebenslauf steht. Wer das durchhält, ist besser als die Hälfte der Bewerbungen auf dem Stapel.

5 Min. Lesezeit

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Der Aufbau

Oben stehen Absender, Empfänger, Ort und Datum, darunter die Betreffzeile mit der Stelle und, falls angegeben, der Kennziffer. Dann die Anrede: mit Namen, wenn eine Ansprechperson genannt ist. Steht keine in der Anzeige, lohnt ein Anruf – „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist die Notlösung, nicht die Regel. Es folgen Einstieg, Hauptteil und Schluss, dann Grußformel und Name.

Formal gilt: eine Seite, Schriftgröße 11 oder 12, dieselbe Schrift wie im Lebenslauf, Ränder nicht kleiner als zwei Zentimeter. Wer die Seite mit Schriftgröße 9 vollbekommt, hat zu viel geschrieben.

Der erste Satz

Verzichte auf „hiermit bewerbe ich mich“ – das steht schon im Betreff und verbraucht die Zeile, die am meisten gelesen wird. Fang stattdessen mit dem Grund an: das Praktikum, das dich überzeugt hat, der Schulschwerpunkt, der zum Beruf passt, die Sache, die du an diesem Betrieb konkret gut findest. Wenn du sagen kannst, warum es dieser Betrieb sein soll und nicht der Wettbewerber zwei Straßen weiter, bist du im Vorteil.

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Der Hauptteil: zeigen statt behaupten

Hier gehören zwei Dinge zusammen: was der Betrieb sucht und was du mitbringst. Nimm zwei bis drei Anforderungen aus der Anzeige und belege sie mit etwas, das du wirklich gemacht hast. „Ich bin teamfähig“ behauptet etwas. „Ich habe zwei Jahre in einer Mannschaft gespielt und dort die Jüngeren mittrainiert“ zeigt es – und lässt sich im Gespräch weitererzählen.

Dieselbe Regel gilt für alles andere: Sorgfalt zeigt sich an einer Aufgabe, bei der es auf Genauigkeit ankam. Belastbarkeit an einem Nebenjob neben der Schule. Interesse am Beruf an einem Praktikum, einem Ferienjob oder einer Sache, die du dir selbst beigebracht hast. Drei belegte Sätze schlagen zehn Eigenschaftswörter.

Wenn dir der Beleg fehlt

Nicht jeder hat ein Praktikum im Wunschberuf. Dann zählt, was du sonst gemacht hast: Verantwortung im Verein, Betreuung jüngerer Geschwister, Klassensprecheramt, ein eigenes Projekt. Wichtig ist die Verbindung zur Stelle. Wer sich als Mechatroniker bewirbt und in der Freizeit Fahrräder repariert, hat einen besseren Beleg als jemand mit einem thematisch fremden Praktikum.

Der Schluss

Zwei Sätze reichen: der frühestmögliche Eintrittstermin, wenn danach gefragt wird, und der Hinweis, dass du dich über ein Gespräch freust. Verzichte auf Konjunktive – „Ich freue mich“ ist stärker als „Ich würde mich freuen“. Wenn im Betrieb ein Probearbeitstag üblich ist, kannst du ihn hier anbieten.

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Die häufigsten Fehler

  • Der Name des falschen Unternehmens im Text – der sicherste Weg auf den Absagestapel.
  • Der Lebenslauf noch einmal in Fließtext, Station für Station.
  • Behauptungen ohne Beleg: motiviert, teamfähig, belastbar, zuverlässig.
  • Floskeln aus Mustervorlagen, die man an ihrem Rhythmus erkennt.
  • Rechtschreibfehler in der Betreffzeile oder in der Anrede.

Muster ja, Kopie nein

Musterbriefe helfen beim Aufbau: Wo steht die Betreffzeile, wie lang ist ein Absatz, wie endet ein Anschreiben. Der Inhalt muss von dir kommen. Wer eine Vorlage nur mit eigenem Namen füllt, schickt denselben Text, den zwanzig andere auch geschickt haben – und genau das fällt beim Lesen auf.

Ein einfacher Test vor dem Absenden: Lies den Text laut. Was beim Lesen stolpert, stolpert auch beim Empfänger. Und deck einmal den Briefkopf ab – wenn der Text zu jedem anderen Betrieb genauso passen würde, fehlt der entscheidende Teil.

Wie lang darf es sein?

Eine Seite. Das ist keine Stilfrage, sondern eine Zeitfrage: Wer 60 Bewerbungen für vier Plätze sichtet, liest die erste halbe Seite und entscheidet dann, ob er weiterliest. Als Orientierung für die Länge der Teile:

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TeilUmfangWas hineingehört
Betreff1 ZeileStelle, Beruf, gegebenenfalls Kennziffer aus der Anzeige
Einstieg2–3 SätzeWarum dieser Beruf und warum dieser Betrieb
Hauptteil2 AbsätzeZwei bis drei Anforderungen aus der Anzeige, jeweils mit Beleg
Schluss2 SätzeFrühester Eintrittstermin, Bereitschaft zum Gespräch

Faustregeln aus der Praxis, keine Vorschrift – kürzer ist nie ein Nachteil.

Anschreiben für Ausbildung und für Praktikum unterscheiden sich

Bei einer Ausbildungsbewerbung interessiert vor allem, ob du weißt, worauf du dich einlässt. Deshalb wiegt ein Satz über ein Praktikum oder einen Ferienjob im Feld schwerer als jede Selbstbeschreibung. Bei einer Praktikumsbewerbung ist es umgekehrt: Dort darfst du sagen, dass du den Beruf noch nicht kennst und ihn genau deshalb ansehen willst.

Bei einer Bewerbung um einen dualen Studienplatz kommt ein dritter Punkt dazu: Warum die Kombination aus Betrieb und Hochschule – und nicht das eine oder das andere allein. Wer das nicht beantwortet, wirkt, als hätte er sich überall beworben.

Die Anrede

Mit Namen, wenn eine Ansprechperson genannt ist – und dann richtig geschrieben. Steht keine in der Anzeige, lohnt ein Anruf; die Frage „An wen darf ich die Bewerbung richten?“ dauert zwanzig Sekunden und wird nie krummgenommen. „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist die Notlösung, nicht die Regel.

Wenn du eine Absage bekommst

Eine Absage ohne Begründung ist der Normalfall und sagt wenig. Was hilft: einmal nachfragen, freundlich und kurz, ob es einen Hinweis für die nächste Bewerbung gibt. Etwa ein Drittel antwortet, und die Antworten sind oft konkreter als jeder Ratgeber.

Was nicht hilft: dasselbe Anschreiben an den nächsten Betrieb. Wenn du den Briefkopf abdeckst und der Text zu jedem anderen Unternehmen genauso passen würde, fehlt genau der Teil, auf den es ankommt.

Häufige Fragen

Muss ich das Anschreiben unterschreiben?

Bei einer Bewerbung per E-Mail oder über ein Portal ist eine Unterschrift nicht nötig. Wenn du eine einfügen willst, scanne sie ein oder schreib sie auf einem Tablet – ein eingetippter Name in Schreibschrift wirkt eher unbeholfen. Bei einer Bewerbung auf Papier gehört die Unterschrift dazu.

Was schreibe ich, wenn meine Noten schlecht sind?

Nichts – jedenfalls nicht im Anschreiben. Noten stehen im Zeugnis und werden dort gesehen. Nutze den Platz stattdessen für etwas, das im Zeugnis nicht steht: ein Praktikum, eine Verantwortung im Verein, eine Sache, die du dir selbst beigebracht hast. Wenn im Gespräch danach gefragt wird, antwortest du ehrlich und kurz.

Darf ich ein Muster aus dem Internet verwenden?

Für den Aufbau ja: Wo steht die Betreffzeile, wie lang ist ein Absatz, wie endet ein Anschreiben. Für die Sätze nein. Personalverantwortliche kennen die verbreiteten Vorlagen und erkennen sie am Rhythmus. Wer eine Vorlage nur mit dem eigenen Namen füllt, schickt denselben Text wie zwanzig andere.

Wie schicke ich die Bewerbung – E-Mail oder Portal?

So, wie es in der Anzeige steht. Bei E-Mail gehören Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse in eine einzige PDF-Datei mit sprechendem Dateinamen, und in die Mail selbst zwei bis drei Sätze, nicht das ganze Anschreiben noch einmal. Bei einem Portal füllst du die Felder aus, auch wenn es lästig ist – Angaben, die dort fehlen, fehlen später in der Auswahl.

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