Aufbau
Üblich ist der tabellarische Lebenslauf: links der Zeitraum, rechts die Station. Sortiert wird rückwärts, das Aktuellste steht oben. Die Blöcke sind fast immer dieselben: persönliche Daten, Schulbildung, Praktika und Nebenjobs, Kenntnisse, Interessen. Eine Seite reicht, solange du zur Schule gehst. Wer zwei Seiten braucht, hat meistens Sätze geschrieben, wo Stichpunkte genügen.
Jede Station bekommt Monat und Jahr, nicht nur das Jahr – sonst entstehen scheinbare Lücken. Bei Praktika gehört der Betrieb dazu und eine Zeile, was du dort gemacht hast. „Praktikum, drei Wochen“ sagt nichts. „Praktikum in der Kfz-Werkstatt: Reifenwechsel, Ölservice, Werkzeugausgabe“ sagt etwas.
Was hineingehört – und was nicht
Kontaktdaten, Geburtsdatum und Wohnort gehören hinein. Religion, Familienstand und die Berufe der Eltern nicht mehr. Ein Foto ist freiwillig: Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf niemand es verlangen, in der Praxis erwarten viele Betriebe trotzdem eines. Wenn du eines nimmst, dann ein aktuelles, vor neutralem Hintergrund, mit dem Gesicht, das du auch im Gespräch zeigst.
Nebenjobs, Ehrenamt, Vereinsarbeit oder die Betreuung jüngerer Geschwister zählen. Sie zeigen, dass du Verpflichtungen einhältst – bei einer Bewerbung ohne Berufserfahrung ist das der interessanteste Teil. Auch Auslandsaufenthalte, Schüleraustausch und selbst beigebrachte Fähigkeiten gehören dazu, wenn sie zur Stelle passen.
Kenntnisse richtig angeben
Bei Sprachen ist die europäische Skala von A1 bis C2 üblich; wer sie nicht kennt, schreibt „Grundkenntnisse“, „gute Kenntnisse“ oder „verhandlungssicher“. Muttersprache heißt Muttersprache, nicht C2. Bei Software zählt, was du tatsächlich bedienst – Word und Excel sind kaum noch erwähnenswert, eine Konstruktions- oder Bildbearbeitungssoftware dagegen schon. Was du im Gespräch nicht vorführen könntest, sollte nicht im Lebenslauf stehen.
Lücken
Ein halbes Jahr ohne Eintrag fällt auf. Schreib hin, was in dieser Zeit war: Auslandsaufenthalt, Krankheit, Orientierung, abgebrochene Ausbildung, Pflege eines Angehörigen. Eine erklärte Lücke ist harmlos, eine unerklärte wird im Gespräch zur ersten Frage – und dann redest du über die Lücke statt über deine Stärken.
Form und Datei
- Eine Schrift, eine Größe, gleiche Abstände. Der Lebenslauf ist auch eine Arbeitsprobe.
- Datum und Unterschrift sind nicht vorgeschrieben, in vielen Branchen aber üblich.
- Als PDF speichern, nie als Textdatei – sonst verschiebt sich das Layout beim Öffnen.
- Dateiname mit deinem Nachnamen, damit die Datei im Downloadordner wiederzufinden ist.
Der Lebenslauf im Bewerbungsportal
Größere Unternehmen lassen dich die Angaben einzeln eintippen. Die Reihenfolge ist dort vorgegeben, deine Gestaltung fällt weg. Umso wichtiger sind die Inhalte: Trag Praktika mit Aufgaben ein, nicht nur mit Namen, und lade das PDF zusätzlich hoch, wenn das Portal es zulässt.
Vor dem Absenden
Prüf die Zeitleiste auf Sprünge, die Schreibweise der Schulen und Betriebe und ob deine Telefonnummer stimmt. Lass jemanden gegenlesen, der dich nicht kennt: Wer deine Geschichte nicht im Kopf hat, merkt sofort, wo eine Station unverständlich bleibt.
Was in welcher Reihenfolge steht
Der tabellarische Lebenslauf ist der Standard, und die Reihenfolge ist umgekehrt chronologisch: das Neueste zuerst. Für eine Bewerbung nach der Schule sieht das so aus:
| Abschnitt | Inhalt |
|---|---|
| Kopf | Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum. Ein Foto ist freiwillig. |
| Schulbildung | Schule, Ort, Zeitraum, angestrebter oder erreichter Abschluss, Leistungskurse |
| Praktische Erfahrung | Praktika, Ferienjobs, Nebenjobs – mit Betrieb, Zeitraum und Tätigkeit |
| Engagement | Verein, Schülervertretung, Ehrenamt, Musik, Sport |
| Kenntnisse | Sprachen mit Niveau, EDV, Führerschein |
Aufbau nach der üblichen Praxis in Deutschland.
Der häufigste Fehler: nur Stationen, keine Inhalte
„Praktikum, Autohaus Müller, 2 Wochen“ sagt nichts. „Praktikum Kfz-Werkstatt, Autohaus Müller: Rad- und Ölwechsel begleitet, Fehlerauslesegerät bedient“ sagt, was du gesehen hast. Zwei Halbzeilen pro Station reichen und machen aus einer Liste einen Lebenslauf.
Lücken und Umwege
Ein abgebrochenes Schuljahr, ein Wechsel, ein halbes Jahr ohne Eintrag – all das ist häufiger, als es im Lebenslauf anderer aussieht. Wichtig ist nur, dass keine unerklärte Lücke bleibt: Auch „Orientierungsphase“ oder „Jobben“ ist ein Eintrag. Wer eine Lücke verschweigt, bekommt genau dazu die erste Frage im Gespräch.
Foto: ja oder nein
In Deutschland ist ein Foto freiwillig, und niemand darf es verlangen. Üblich ist es trotzdem. Wenn du eines nimmst, dann ein aktuelles, in dem du so aussiehst, wie du zum Gespräch kommen würdest – kein Urlaubsbild, kein Passfoto vom Amt.
Formales
- Eine Seite reicht nach der Schule. Zwei nur, wenn es wirklich zwei Seiten Inhalt gibt.
- Dieselbe Schrift und dieselben Ränder wie im Anschreiben – die Unterlagen sollen zusammengehören.
- Als PDF speichern, nicht als Word-Datei, und den Dateinamen sprechend wählen: Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf.
- Ort und Datum unten, dann die Unterschrift. Sie ist bei digitalen Bewerbungen nicht zwingend.
Häufige Fragen
Wie weit zurück muss der Lebenslauf gehen?
Bis zur weiterführenden Schule. Die Grundschule gehört nicht hinein, ebenso wenig der Kindergarten – auch wenn Vorlagen das manchmal vorsehen.
Wie gebe ich Sprachkenntnisse an?
Mit einer Stufe statt mit einem Gefühl: Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, fließend, Muttersprache – oder mit dem europäischen Referenzrahmen (A2, B1, B2). „Verhandlungssicher“ solltest du nur schreiben, wenn du in dieser Sprache tatsächlich verhandeln könntest.
Muss ich Hobbys angeben?
Nein, und eine Liste aus „Lesen, Musik, Freunde treffen“ bringt nichts. Ein Hobby lohnt sich, wenn es etwas zeigt: Mannschaftssport über Jahre, Programmieren, ein Instrument, Ehrenamt. Alles andere kannst du weglassen.