Was in eine Bewerbung gehört
Der Standard sind drei Teile: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Das Anschreiben erklärt, warum du dich gerade hier bewirbst. Der Lebenslauf listet deinen Weg bis heute. Die Zeugnisse belegen, was im Lebenslauf steht.
| Bestandteil | Pflicht? | Hinweis |
|---|---|---|
| Anschreiben | ja, außer das Portal fragt es nicht ab | Eine Seite, auf die Stelle bezogen |
| Lebenslauf | ja | Tabellarisch, umgekehrt chronologisch, mit Inhalten statt nur Stationen |
| Letztes Zeugnis | ja | Bei laufendem Schuljahr das Halbjahreszeugnis |
| Praktikums- und Arbeitszeugnisse | wenn vorhanden | Auch kurze Bescheinigungen zählen |
| Nachweise | wenn einschlägig | Erste Hilfe, Sprachzertifikat, Bescheinigungen aus dem Ehrenamt |
| Deckblatt | nein | Freiwillig; wenn, dann schlicht |
Ein Deckblatt ist erlaubt, aber nirgends verlangt. Wenn du eines nutzt, gehört nur das Nötigste darauf: dein Name, die Stelle, auf die du dich bewirbst, und deine Kontaktdaten. Eine dritte Seite mit Fotocollage brauchst du nicht.
Alles zusammen ergibt bei einer Ausbildungsbewerbung selten mehr als vier bis fünf Seiten. Verschick sie als eine einzige PDF-Datei, nicht als sieben Anhänge – wer sieben Dateien öffnen muss, um deinen Lebenslauf zu finden, öffnet vielleicht nur drei.
Die Zeugnisse
Beigelegt wird das letzte Zeugnis, bei laufendem Schuljahr also das Halbjahreszeugnis. Scanne es, fotografiere es nicht: Ein schief abfotografiertes Blatt mit Schatten ist der erste Eindruck, den du machst. Praktikumsbescheinigungen, Sprachzertifikate, Übungsleiterscheine und Nachweise über Nebenjobs gehören dazu, wenn sie zur Stelle passen. Zeugnisse aus der Grundschule nicht.
Zuerst die Stellenanzeige lesen, dann schreiben
In fast jeder Anzeige steht, was verlangt wird: bestimmte Schulfächer, Kontakt mit Kundschaft, körperliche Arbeit, ein Führerschein, Schichtbereitschaft. Geh die Punkte einzeln durch und schreib zu jedem auf, was du dazu vorweisen kannst. Was dabei herauskommt, ist der Rohstoff für dein Anschreiben. Ein Text, der auf jede Stelle passt, passt zu keiner – und Personalverantwortliche erkennen ihn an den Stellen, an denen er nichts Konkretes sagt.
Achte auch auf die Form: Manche Betriebe wollen eine PDF-Datei per Mail, andere haben ein Onlineformular, wieder andere bestehen auf Post. Große Unternehmen arbeiten fast immer mit einem Bewerbungsportal, in dem du deine Daten einzeln einträgst – plane dafür eine halbe Stunde ein und leg dir die Zeugnisse vorher als Datei bereit.
Was man online über dich findet
Manche Personalverantwortliche geben den Namen von Bewerberinnen und Bewerbern in eine Suchmaschine ein. Such dich deshalb vorher selbst und sieh dir an, was öffentlich ist: Profilbilder, Posts, Kommentare. Was du einem Betrieb nicht zeigen würdest, stellst du auf privat oder löschst es. Ein eigenes Profil in einem Karrierenetzwerk ist für eine Ausbildungsbewerbung nicht nötig.
Wann du dich bewerben solltest
Die meisten Ausbildungen starten im August oder September. Große Unternehmen schließen ihre Auswahl dafür häufig schon im Herbst davor ab, kleinere Betriebe entscheiden kurzfristiger, manche erst im Frühjahr. Als Faustregel: rund ein Jahr vorher informieren, spätestens im Januar bewerben. Restplätze gibt es trotzdem jedes Jahr bis in den Sommer – über die Lehrstellenbörsen der Kammern und die Jobbörse der Bundesagentur. Wer unsicher ist, ruft an und fragt nach dem Bewerbungsschluss: Dieser Anruf kostet zwei Minuten und bringt eine verlässliche Antwort statt einer Vermutung.
Für ein Studium gelten andere Fristen. Bei zulassungsbeschränkten Fächern endet die Bewerbung für das Wintersemester meist Mitte Juli, für das Sommersemester Mitte Januar. Bundesweit vergebene Fächer laufen über hochschulstart.de mit eigenen Terminen.
Wie viele Bewerbungen sind sinnvoll?
Es gibt keine Zahl, die für alle stimmt. Sinnvoller ist eine Mischung: zwei bis drei Wunschbetriebe, an denen du dir Mühe gibst, dazu eine Handvoll realistische Alternativen. Zwanzig identische Bewerbungen bringen weniger als fünf, die erkennbar für den jeweiligen Betrieb geschrieben wurden.
Eine Tabelle für die Übersicht
Sobald es mehr als drei Bewerbungen werden, verliert man den Überblick. Eine einfache Liste reicht: Betrieb, Datum, Weg der Bewerbung, Ansprechperson, Rückmeldung, nächster Schritt. Wenn Wochen später jemand anruft, weißt du so sofort, um welche Stelle es geht.
Bevor du auf Senden drückst
- Stimmen Name und Anschrift des Betriebs, und ist die Ansprechperson richtig geschrieben?
- Ist die Datei nach einem Muster benannt, an dem man dich erkennt – etwa Nachname-Bewerbung-Beruf?
- Sind alle Anhänge dabei, als PDF und in lesbarer Auflösung?
- Steht in der Mail selbst ein kurzer Satz, oder ist sie leer? Eine leere Mail wirkt wie ein Versehen.
- Ist deine Absenderadresse eine, die man einem Betrieb zeigen kann?
- Hat jemand anderes den Text gelesen? Eigene Tippfehler übersieht man zuverlässig.
Nach dem Absenden
Viele Betriebe bestätigen den Eingang automatisch. Kommt nach zwei Wochen nichts, ruf an und frag nach dem Stand. Das ist keine Belästigung, sondern zeigt Interesse – gerade in kleinen Betrieben liegt die Bewerbung manchmal schlicht unbearbeitet auf dem Stapel.
Absagen gehören dazu
Auf einen Ausbildungsplatz kommen je nach Beruf und Region viele Bewerbungen. Eine Absage sagt selten etwas über dich aus – oft war jemand mit passenderem Praktikum schneller. Sinnvoller als Grübeln ist, parallel mehrere Betriebe anzuschreiben. Wer nach einer Absage höflich nachfragt, woran es lag, bekommt manchmal eine ehrliche Antwort, die die nächste Bewerbung besser macht.
Die häufigsten Ausschlussgründe
- Falscher Firmenname im Text – der sicherste Weg auf den Absagestapel.
- Unvollständige Unterlagen, vor allem ein fehlendes Zeugnis.
- E-Mail-Adressen, die nicht aus Vor- und Nachnamen bestehen.
- Mehrere lose Dateianhänge statt einer PDF-Datei.
- Keine Reaktion auf eine Einladung innerhalb weniger Tage.
Häufige Fragen
Initiativbewerbung – lohnt sich das?
Ja, besonders bei kleinen Betrieben, die Ausbildungsplätze nie ausschreiben. Ruf vorher an und frag, ob überhaupt ausgebildet wird und an wen du die Bewerbung richten sollst. Damit ist aus der Initiativbewerbung eine erbetene geworden.
Wie erkläre ich eine Lücke oder einen Schulwechsel?
Kurz, sachlich und ohne Rechtfertigung. Im Lebenslauf steht ein Eintrag mit Zeitraum, im Gespräch reichen zwei Sätze. Verschweigen ist die schlechtere Lösung, weil die Lücke ohnehin auffällt.
Bekomme ich Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch erstattet?
Wenn der Betrieb dich einlädt, muss er die notwendigen Kosten grundsätzlich erstatten – es sei denn, er schließt das in der Einladung ausdrücklich aus. Frag im Zweifel vorher nach; das ist üblich und wird nicht negativ gewertet.
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