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Private Hochschulen

Kleine Gruppen, enger Kontakt zu Unternehmen, Auswahlgespräch statt Abiturnote: Private Hochschulen werben mit vielem. Bevor du einen Studienvertrag unterschreibst, solltest du zwei Dinge sicher wissen – ob dein Abschluss anerkannt ist und wie du das Studium bis zum Ende bezahlst.

3 Min. Lesezeit

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Was unterscheidet private von staatlichen Hochschulen?

Staatliche Hochschulen werden vom Bundesland getragen und bezahlt. Private Hochschulen haben einen privaten Träger, etwa eine Stiftung, einen Verein oder ein Unternehmen, und finanzieren sich größtenteils über Studiengebühren.

Viele private Hochschulen sind Fachhochschulen mit Schwerpunkten wie Wirtschaft, Medien, Design, Gesundheit oder Psychologie. Private Universitäten sind seltener, und Fächer mit Staatsexamen wie Medizin oder Jura findest du privat nur vereinzelt.

Auch die Auswahl läuft oft anders. Die Abiturnote zählt weniger, dafür gibt es Tests, Auswahlgespräche oder ein Assessment-Center. Wer den NC einer staatlichen Hochschule verpasst hat, kann hier eine Chance bekommen. Gekauft ist der Platz damit trotzdem nicht, durch die Auswahl musst du genauso.

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Woran erkennst du, ob der Abschluss anerkannt ist?

Entscheidend ist die staatliche Anerkennung. Sie vergibt das Wissenschaftsministerium des Bundeslands, in dem die Hochschule sitzt. Eine staatlich anerkannte Hochschule verleiht Bachelor- und Masterabschlüsse, die denen staatlicher Hochschulen gleichgestellt sind. Damit kannst du dich später auf einen Master bewerben oder im öffentlichen Dienst arbeiten.

Dazu kommt die Akkreditierung, eine Qualitätsprüfung nach festen Regeln. Private Hochschulen als Ganzes prüft in der Regel der Wissenschaftsrat. Die einzelnen Studiengänge akkreditiert der Akkreditierungsrat, entweder jeden für sich oder über das Qualitätssystem der ganzen Hochschule. So prüfst du das selbst:

  • Im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz sind die staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen verzeichnet. Fehlt eine Hochschule dort, frag kritisch nach.
  • In der Datenbank des Akkreditierungsrats siehst du, ob dein Studiengang akkreditiert ist.
  • Bei Angeboten mit ausländischem Abschluss klärst du, welche Hochschule den Titel verleiht und ob er in Deutschland anerkannt wird.

Was kostet ein privates Studium?

Die Gebühren unterscheiden sich stark nach Hochschule und Fach. Meist zahlst du monatlich oder pro Semester, dazu können Einschreibe- oder Prüfungsgebühren kommen. Rechne die Summe für die ganze Regelstudienzeit aus, beim Bachelor also z. B. für sechs oder sieben Semester, und plane Miete und Lebenshaltung zusätzlich ein.

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Lies den Studienvertrag genau, bevor du unterschreibst. Wichtig sind die Kündigungsfristen und was passiert, wenn du abbrichst oder wechseln willst. Manche Verträge verpflichten dich, Gebühren für eine Mindestzeit weiterzuzahlen.

Bekommst du an einer privaten Hochschule BAföG?

Ja, wenn die Hochschule staatlich anerkannt ist und du die übrigen Voraussetzungen erfüllst. Das BAföG deckt allerdings nur deinen Lebensunterhalt, die Studiengebühren übernimmt es nicht. Für die Gebühren gibt es andere Wege:

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  • Stipendien und Ermäßigungen: Viele private Hochschulen vergeben eigene Stipendien oder senken die Gebühren in Einzelfällen. Frag aktiv danach, und schau auch bei den allgemeinen Stipendien.
  • Studienkredit oder Bildungsfonds: Du zahlst nach dem Studium zurück, beim Bildungsfonds oft abhängig von deinem späteren Einkommen. Vergleich Zinsen und Rückzahlungsregeln genau.
  • Duales Studium: Bei manchen Modellen übernimmt das Partnerunternehmen die Gebühren und zahlt dir ein Gehalt.

Für wen lohnt sich eine private Hochschule?

Eher für dich, wenn du dein Fach sicher gewählt hast, kleine Gruppen und feste Abläufe magst und die Finanzierung für das ganze Studium steht. Bist du beim Fach noch unsicher, ist das Risiko höher: Ein Wechsel kostet hier Zeit und je nach Vertrag auch Geld.

Schau, ob es denselben Studiengang auch an einer staatlichen Hochschule gibt, vielleicht in einer anderen Stadt. Geh zu Infotagen, sprich mit Studierenden und frag, wie viele Absolvent:innen einen Job oder Masterplatz gefunden haben. Wo die Unterschiede zwischen den Hochschularten liegen, erklärt Uni oder FH.

Häufige Fragen

Ist ein Abschluss von einer privaten Hochschule weniger wert?

Bei einer staatlich anerkannten Hochschule ist er rechtlich gleichwertig. Wie Arbeitgeber ihn einschätzen, hängt eher von Fach, Praxisphasen und deinen Leistungen ab als vom Träger.

Kann ich nach einem privaten Bachelor an einer staatlichen Uni den Master machen?

Ja, wenn die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Die fachlichen Zugangsvoraussetzungen des Masters musst du trotzdem erfüllen.

Brauche ich für eine private Hochschule Abitur?

Es gelten dieselben Zugangsvoraussetzungen wie an staatlichen Hochschulen: Abitur, Fachhochschulreife oder eine anerkannte berufliche Qualifikation. Die Gebühr ersetzt keine Hochschulzugangsberechtigung.

Sind Fernhochschulen auch private Hochschulen?

Viele Fernhochschulen haben einen privaten Träger. Für sie gelten dieselben Prüfpunkte: staatliche Anerkennung der Hochschule und akkreditierte Studiengänge.

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