Interessen sortieren
Der Orientierungstest ordnet deine Antworten sechs Interessenbereichen zu und schlägt dazu Berufe vor. Er nimmt dir die Entscheidung nicht ab, verkürzt aber die Liste, die du dir überhaupt ansehen musst, von mehreren hundert auf eine überschaubare Zahl. Wichtig ist, spontan zu antworten: Wer überlegt, welche Antwort gut klingt, bekommt genau dieses Ergebnis zurück.
Ergänzend hilft eine Liste über ein paar Wochen: Notier dir, welche Aufgaben dir leichtgefallen sind und bei welchen du die Zeit vergessen hast. Frag außerdem Familie oder Freunde, was sie für deine Stärken halten – andere bemerken oft Fähigkeiten, die dir selbst gar nicht auffallen.
Vergleichen, was vergleichbar ist
Zwei Berufe nebeneinander zu legen bringt mehr als zehn nacheinander zu lesen. Vergleich Dauer, Vergütung, Zugangswege und die Tätigkeiten, die in der Ausbildungsordnung stehen. Achte dabei auf das, was nicht dabeisteht: Schichtdienst, Wochenendarbeit, körperliche Belastung, Umgang mit Kundschaft, Verantwortung für Geld oder für Menschen.
Im Gehaltsvergleich stehen alle Ausbildungsberufe in einer Tabelle – mit Dauer, Vergütung und der Zahl derer, die diese Ausbildung jährlich beginnen. Das ist der schnellste Weg, eine Vorauswahl zu treffen.
Die Geldfrage
Die Vergütung unterscheidet sich je nach Beruf, Branche und Region deutlich. Rechne früh durch, ob sie für deine Lage reicht, vor allem wenn du für die Ausbildung umziehen müsstest. Wer nicht bei den Eltern wohnt, kann unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe bekommen, und für die erste Ausbildung wird das Kindergeld weitergezahlt. Manche Betriebe zahlen zusätzlich Zuschüsse zu Fahrtkosten oder Essen.
Ausprobieren
Ein Praktikum ist die günstigste Möglichkeit, einen Beruf auszuschließen – und der einzige Weg, den Alltag kennenzulernen. Zwei Wochen reichen für einen ersten Eindruck; wenn möglich, mach zwei Praktika in verschiedenen Richtungen statt zwei im selben Betrieb. Frag am letzten Tag nach einer Bescheinigung.
Wenn nichts passt
Dann fehlt meistens Information, nicht Entschlossenheit. Sprich mit Menschen, die den Beruf machen, nicht mit denen, die ihn sich vorstellen. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit vermittelt Kontakte und ist kostenlos, viele Betriebe bieten Schnuppertage an, und die Kammern haben Übersichten über freie Plätze in der Region.
Einen breiten Überblick gibt das Berufsinformationszentrum der örtlichen Agentur für Arbeit, kurz BiZ: Dort kannst du ohne Termin Material zu allen Ausbildungsberufen durchsehen. Auf Ausbildungsmessen sprichst du direkt mit Betrieben und oft auch mit deren Azubis.
Die Entscheidung
Am Ende steht selten die perfekte Wahl, sondern eine begründete. Hilfreich ist, den Punkt zu benennen, an dem du dich festlegst: nach dem zweiten Praktikum, nach der ersten Zusage, nach dem Abischnitt. Eine Entscheidung mit Bedingung ist besser als keine – und keine Ausbildung ist ein Lebensurteil. Wer nach zwei Jahren merkt, dass es nicht passt, hat trotzdem eine Grundlage, auf der sich aufbauen lässt.
Vier Fragen, die schneller eingrenzen als jede Liste
- Willst du mit den Händen, mit Menschen, mit Zahlen oder mit Material arbeiten?
- Drinnen oder draußen, fester Ort oder wechselnde Einsatzorte?
- Feste Zeiten oder Schichtdienst – und wie weit darf der Arbeitsweg sein?
- Allein konzentriert oder ständig im Austausch?
Vier Antworten reichen, um aus 326 Ausbildungsberufen ein paar Dutzend zu machen. Der Orientierungstest macht danach aus den Dutzenden eine Handvoll.
Was der Test kann und was nicht
| Kann er | Kann er nicht |
|---|---|
| Interessen sortieren und Berufe vorschlagen, die du nicht kennst | Sagen, ob du in dem Beruf gut sein wirst |
| Aus 573 Profilen eine Reihenfolge machen | Den Arbeitsmarkt oder freie Plätze berücksichtigen |
| Zeigen, wo deine Schwerpunkte liegen | Eine Entscheidung abnehmen |
Der Schritt, den fast alle auslassen
Ein Praktikum. Es ist die günstigste Möglichkeit, einen Beruf auszuschließen, und die einzige, die verlässlich ist. Wer aus der Trefferliste zwei Berufe nimmt und in beide je eine Woche hineinsieht, weiß hinterher mehr als nach zwanzig Stunden Recherche.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Orientierungstest?
Rund zehn Minuten für 30 Aussagen. Das Ergebnis bleibt auf deinem Gerät, du brauchst kein Konto, und du kannst es dir per Link auf ein anderes Gerät schicken.
Was mache ich mit dem Ergebnis?
Nimm zwei bis drei Berufe aus der Liste, die du nicht kanntest, lies die Profile und such dir für einen davon ein Praktikum. Auf jeder Berufsseite steht danach, wie gut der Beruf zu deinem gespeicherten Profil passt.
Und wenn mir nichts davon gefällt?
Dann sagt das auch etwas – meistens, dass die Antworten vorsichtig ausgefallen sind. Wiederhole den Test zügig und ohne zu überlegen, welche Antwort gut klingt. Wer überlegt, bekommt genau dieses Ergebnis zurück.
Wo bekomme ich kostenlos Beratung zur Ausbildungswahl?
Bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und im Berufsinformationszentrum vor Ort. Die Kammern wissen außerdem, welche Betriebe in deiner Region ausbilden und wo noch Plätze frei sind.