Duale Ausbildung
Der Regelfall im deutschen System: Vertrag mit einem Betrieb, Arbeit vor Ort, dazu Berufsschule an ein bis zwei Tagen pro Woche oder in mehrwöchigen Blöcken. Die Ausbildung dauert je nach Beruf zwei bis dreieinhalb Jahre und endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Vergütet wird ab dem ersten Monat, mindestens nach der gesetzlichen Untergrenze.
Bewerbung: direkt beim Betrieb, oft ein Jahr im Voraus. Der Betrieb sucht sich aus, wen er nimmt; die Berufsschule ist gesetzt.
Schulische Ausbildung
Sie läuft an einer Berufsfachschule, mit Praktika statt Betriebsalltag. Üblich ist sie in Gesundheits-, Sozial-, Gestaltungs- und Assistenzberufen. Eine Vergütung gibt es meist nicht, teils fällt Schulgeld an – Ausnahme sind die Pflegeberufe, dort wird seit der Reform ausgebildet und bezahlt. Für schulische Ausbildungen kommt BAföG infrage, das teils nicht zurückgezahlt werden muss.
Bewerbung: direkt an der Schule, oft mit Aufnahmeverfahren und eigenen Fristen, die früher liegen als bei Betrieben.
Duales Studium
Es verbindet Ausbildung oder längere Praxisphasen mit einem Bachelor. Du bewirbst dich beim Betrieb, der Studienplatz kommt über den Vertrag. Mehr dazu steht im Ratgeber zum dualen Studium.
Sonderformen
- Ausbildung in Teilzeit: vor allem für Menschen mit Kind oder Pflegeaufgaben, mit entsprechend verlängerter Dauer.
- Außerbetriebliche Ausbildung: bei einem Bildungsträger, wenn kein Betriebsplatz zustande kommt – gefördert von der Agentur für Arbeit.
- Verbundausbildung: mehrere kleine Betriebe teilen sich die Ausbildung, damit alle Inhalte abgedeckt sind.
- Einstiegsqualifizierung: ein Praktikum von sechs bis zwölf Monaten als Vorstufe, oft mit Übernahme in die Ausbildung.
Was das für deine Bewerbung heißt
Prüf bei jedem Beruf, der dich interessiert, in welcher Form er angeboten wird – das entscheidet über Geld, Bewerbungsweg und Fristen. Manche Berufe gibt es in mehreren Formen: Erzieherin schulisch oder in praxisintegrierter Ausbildung mit Vergütung, Pflegefachkraft dual an Schule und Klinik. Auf den Berufsprofilen steht die Form jeweils oben im Steckbrief.
Alle Formen nebeneinander
| Form | Vertrag mit | Lernorte | Vergütung | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| Duale Ausbildung | Betrieb | Betrieb, Berufsschule | ja | 2–3,5 Jahre |
| Schulische Ausbildung | Schule | Berufsfachschule, Praktika | meist nein | 2–3 Jahre |
| Pflegeausbildung | Träger | Pflegeschule, Einrichtungen | ja | 3 Jahre |
| Duales Studium | Betrieb | Betrieb, Hochschule, teils Berufsschule | ja | 3–4,5 Jahre |
| Beamtenausbildung | Dienstherr | Behörde, Fachhochschule | ja, als Anwärterbezüge | 2–3 Jahre |
| Umschulung | Träger oder Betrieb | wie duale Ausbildung, verkürzt | je nach Förderung | 2 Jahre |
Teilzeitausbildung
Jede duale Ausbildung kann in Teilzeit absolviert werden – seit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes ohne besonderen Grund, wenn Betrieb und Auszubildende sich einig sind. Die Ausbildungszeit verlängert sich entsprechend, höchstens auf das Eineinhalbfache. Das ist die wichtigste Möglichkeit für alle, die ein Kind betreuen oder Angehörige pflegen, und sie ist deutlich zu wenig bekannt.
Welche Form zu welcher Situation passt
- Du willst früh eigenes Geld: duale Ausbildung oder duales Studium.
- Dein Wunschberuf ist ein Gesundheits-, Therapie- oder Sozialberuf: meist schulisch, Pflege ausgenommen.
- Du willst Praxis und Hochschulabschluss: duales Studium – und den Vertrag genau lesen.
- Du brauchst Sicherheit und einen geregelten Aufstieg: Beamtenausbildung.
- Du bist zeitlich gebunden: Teilzeitausbildung.
Häufige Fragen
Welche Form ist die beste?
Die, die zum Beruf passt – die meisten Berufe gibt es ohnehin nur in einer Form. Wo es eine Wahl gibt, etwa in der Pflege oder bei Therapieberufen, entscheiden Vergütung, Dauer und die Frage, ob du eher praktisch oder eher schulisch lernst.
Kann ich die Form wechseln?
Zwischen Betrieben ja, zwischen Formen selten ohne Zeitverlust. Beim Wechsel von einem dualen Studium in eine reine Ausbildung wird die bisherige Zeit oft angerechnet – frag die Kammer, bevor du kündigst.
Was ist eine Umschulung?
Eine verkürzte Ausbildung für Menschen, die bereits einen Beruf gelernt haben oder länger gearbeitet haben. Sie dauert meist zwei statt drei Jahre und wird häufig von der Agentur für Arbeit gefördert.
Mehr zu Formen der Ausbildung
Alle ansehenWeiterlesen
- Blog Erst Ausbildung, dann Karriere: Anne erzählt ihren Weg
- Welche Ausbildung passt zu mir? Finde es heraus!
- Ausbildungsstellen finden: Vier Wege zum Ausbildungsplatz
- Erster Arbeitstag in der Ausbildung: So gelingt der Start
- Probezeit in der Ausbildung
- Berufsschule in der Ausbildung: Was dich erwartet