Spätestens beim Bezug der eigenen vier Wände, das bedeutet eine abgeschlossene Wohnung mit Wohn- und Meldeadresse beim Einwohnermeldeamt, stellt sich die Frage nach dem persönlichen Versicherungsschutz. Wir haben geschaut, welche Versicherungen für euch unerlässlich sind und auf welche ihr aus Kostengründen auch verzichten könntet.

Jede Versicherung ist die finanzielle Absicherung des individuell versicherten Risikos. Als Gegenleistung erhält der Versicherer einen Monatsbeitrag von euch, die bekannte Versicherungsprämie. Oftmals sind dem Versicherungsschutz aus finanziellen Gründen recht enge Grenzen gesetzt. 

Dann lautet die Frage, welches Risiko...

  • unbedingt versichert werden muss.
  • versichert werden sollte.
  • wünschenswert wäre versichert zu sein.

Aus diesem Grund haben wir nachfolgend für euch alles Wichtige zusammengestellt.
 

Must-have – gesetzlich vorgeschrieben und privat unerlässlich


Krankenversicherung inklusive Pflegeversicherung
In Deutschland besteht die gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung. Automatisch eingeschlossen ist die Pflegeversicherung. Unterschieden wird in die gesetzliche Krankenversicherung, die GKV sowie in die private Krankenversicherung PKV. Beamte und Beamtenanwärter können zwischen GKV und PKV wählen. Die gesetzliche ist eine Familien-, die private eine personenbezogene Einzelkrankenversicherung. Sie ist nach qualitativ ansteigenden Leistungstarifen gestaffelt, während die GKV für alle Versicherten einen gleichwertigen Versicherungsschutz bietet. Näheres zur privaten Krankenversicherung für Beamte könnt ihr zum Beispiel hier finden.

Kfz-Haftpflichtversicherung
Sie ist eine der wenigen vom Gesetzgeber verpflichtend vorgegebenen Versicherungen, sofern ihr um Besitz eines Kraftfahrzeugs seid. Mit der siebenstelligen eVB, der elektronischen Versicherungsbestätigung wird sie bei Zulassung des Fahrzeuges nachgewiesen. Versichert sind bei einem Verkehrsunfall der Personen-, Sach- und der Vermögensschaden des Unfallgeschädigten. Rechtsgrundlage ist im weitesten Sinne § 823 BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Haftpflichtversicherung
Gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, ist sie im Alltag jedoch unerlässlich. Als Pendant zur Kfz-Haftpflicht sind mit der Privat-Haftpflichtversicherung sämtliche Schäden versichert, die du einem Dritten zufügt. Versichert sind alle typischen und gängigen Risiken im privaten Alltagsleben. Beim Verlassen des elterlichen Haushaltes muss die bis dahin bestehende Familienhaftpflichtversicherung mit dem Bezug der eigenen Wohnung aktualisiert werden. 

Hausratversicherung
Sofern du keine „vollmöblierte Wohnung“ mit Mobiliar und Hausrat beziehst, sollte der eigene Hausrat auf jeden Fall versichert werden. Zu den versicherten Risiken gehören Feuer- und Wasserschäden, Einbruch, Diebstahl und Vandalismus, Sturm- und Hagelschäden sowie Schäden an der eigenen Haushaltsausstattung. Kurz gesagt: Was dir gehört, das solltest du auch versichern. 
 

Nice to have – zweckmäßig bis wünschenswert


Unfallversicherung
Sie schützt rund um die Uhr sowie weltweit vor Unfallfolgen und enthält in der Regel auch eine Todesfallleistung. Leistungsfälle des Versicherers sind Haushalts- und Freizeitunfälle. Eine mögliche Schuldfrage an dem Unfall ist nicht relevant. Versichert sind deine eigenen Schäden sowie die des Mitversicherten. 

Kfz-Kaskoversicherung
Hier kann, wenn du im Besitz eines Kraftfahrzeugs bist, zwischen der Teil- und der Vollkaskoversicherung gewählt werden. Versichert sind Unfallschäden am eigenen Fahrzeug. Die Teilkasko kann mit und ohne Selbstbehalt je Unfallschaden abgeschlossen werden, die Vollkasko hingegen nur mit einem gestaffelten Eigenanteil ab 300 Euro aufwärts. Üblicherweise wird die Teilkasko mit der Kfz-Haftpflichtversicherung kombiniert; das muss aber nicht zwingend so sein. 

Berufsunfähigkeitsversicherung
Sie ist ein Grenzfall zwischen Must-have und nice to have. Ein Unfall oder eine schwere und die zukünftige Berufsfähigkeit beeinträchtigende Erkrankung kann schon in frühen Jahren, beispielsweise während des Studiums oder in der Berufsausbildung zu einer Berufsunfähigkeit führen; also zu einem Zeitpunkt, zu dem du gerade erst ins Arbeitsleben startest. 

Rechtsschutzversicherung
Sie ist durchaus hilfreich, wenngleich nicht so vordringlich wie einige der anderen Versicherungen. Jede Teilhabe am Leben ist mit dem Risiko verbunden, sich rechtlich wehren zu wollen bis hin zu müssen. Wichtigster Baustein ist der Vertragsrechtsschutz. Im Leistungsfall zahlt der Rechtsschutzversicherer sowohl Beratungs- als auch anwaltliche Vertretungskosten vor Gericht. 
 

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