1. wie ich meine Steuern mache?


Immer wieder hört man von Eltern den Satz „Oh man, bald steht wieder die Steuererklärung an.“ Was genau sich allerdings dahinter verbirgt, warum sie so vielen Kopfzerbrechen bereitet und ab wann man selbst eine solche Erklärung machen muss, das wird einem in der Schule leider nicht beigebracht. Dabei wäre das eine wirklich sinnvolle Lektion fürs spätere Leben! Dafür hätte ich definitiv mal auf zwei Mathestunden verzichtet.


2. auf was es bei der Wohnungssuche/ WG- Suche wirklich ankommt?


Auf einmal ist das Abi in der Tasche, der Studienplatz auch und der große Umzug aus dem heimischen Nest steht an. Aber wie findet man eigentlich die richtige WG oder Wohnung für sich, auf was muss man dabei achten und wie viele Kosten kommen tatsächlich auf einen zu.


3. welche Versicherung für mich zu welchem Zeitpunkt Sinn macht?


Bis zum Schulabschluss sind die Meisten wohl über ihre Eltern versichert. Wofür genau man alles eine Versicherung braucht, wo man die selber abschließen kann und worauf man bei der Auswahl einer Versicherung eigentlich achten muss... das muss man sich im Studium dann entweder selbst beibringen oder bei den Eltern und Freunden erfragen. Schade, dass sich die Schule für sowas keine Zeit nimmt.


4. wie ich mein Geld zusammen halte?


Zu Hause bedeutet Luxus. Das ist wohl die Erkenntnis, die einen nach dem Umzug aus dem Nest am schnellsten und härtesten trifft. Denn auf einmal kommen Kosten auf einen zu, die man vorher nicht mal auf dem Schirm hatte. Essen, Strom, Wasser, Auto, Studium... alles kostet Geld. Und das ist im Studium sowieso schon Mangelwahre. Dazu kommt sämtlicher Freizeitspaß. Ein Kurs à la: „Wie halte ich mein Geld im Studium zusammen“ wäre wirklich sinnvoll gewesen!


5. wie ich meine Zeit gut manage?


Uni, Job, Hausarbeiten, Klausuren, zwischendrin irgendwo Freizeit, Lernen, Freunde, Familie... und wo bleiben Schlaf und Ernährung? Wer sagt, dass das Studium die entspannteste Zeit des Lebens ist, der hat vermutlich niemals studiert. Irgendwas bleibt meistens auf der Strecke, sei es Schlaf, Sport, Unileistung, Freizeit oder Familie&Freunde. Wie soll man auch alles unter einen Hut bekommen ohne sich zu zerreißen?!


6. wie ich mein Studium finanzieren kann?


Du studierst, um später viel Geld zu verdienen und einen coolen Job zu bekommen, schon klar. Bis das Geld allerdings fließt, bedeutet Studium erst einmal, sehr viel Geld ausgeben. Für die Finanzierung gibt es aber verschiedenste Fördermöglichkeiten. Zum Beispiel Bafög, einen Studienkredit oder auch ein Stipendium. Es wäre klasse, wenn man über all diese Möglichkeiten ausführlich in der Schule informiert werden würde, um nicht auf einmal ins eiskalte Wasser geschmissen zu werden.


7. welche Nebenjobs als Student Sinn machen?


Teller waschen, Akten sortieren, Cocktails mixen, Briefe austragen oder an der eigenen Hochschule arbeiten... Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, um etwas Geld in das leere Portemonnaie zu bekommen. Je nach Typ Mensch, Vorerfahrungen und auch Studiengang passen ganz unterschiedliche Nebenjobs. Für angehende Sportlehrer gibt es zum Beispiel die Möglichkeit als Skilehrer in den Winterferien nicht nur den Urlaub finanziert zu bekommen, sondern auch noch Geld zu verdienen und etwas im Bereich Sport zu lernen. Welcher Nebenjob sich allerdings lohnt, von was man eher die Finger lassen sollte und wie man sich für das richtige Angebot entscheidet, das bringt einem leider keiner bei. Schade.


8. welche Studiengänge es eigentlich alles gibt?


Klar, von BWL und Lehramt hat sicher jeder Schüler schon mal etwas gehört. Ausgefallenere Studiengänge allerdings, die umso spannender und spezifischer sind, fallen oft hinten runter. Umso wichtiger wäre es eigentlich, wenn Lehrer ihren Schülern in der Abiturzeit bei der Informationssammlung über unterschiedlichste Studiengänge etwas unter die Arme greifen würden. Wie wäre es zum Beispiel mit zwei Stunden Crashkurs „Was kann ich alles in Deutschland studieren“ statt zwei Stunden rythmischer Sportgymnastik oder Basketball.


9. dass man sich nicht den Rest seines Lebens nur von Spaghetti oder Toast ernähren kann?


Ernährung ist bis zum Auszug eigentlich kein großes Thema. Entweder kocht Mama oder, im allerhöchsten Notfall, wirft man eben ein paar Nudeln ins Wasser. Die Kosten allerdings für Lebensmittel und der Aufwand, der dahinter steckt, wenn man wirklich jeden Tag kochen muss... diese zwei Dinge lernt man erst kennen, wenn man ausgezogen ist. Wieso gibt es keinen Crashkurs in der Schule zum Thema: schnell, gesund und preiswert kochen? Stattdessen muss man sich jetzt durch Kochbücher und Frauenzeitschriften schlagen, um sich nicht nur von Nudeln oder Toast in allen Varianten zu ernähren.


10. auf was es im Leben wirklich ankommt.


Nämlich nicht darauf, Matritzen zu berechnen oder Vokabeln zu pauken, sondern mit sich selbst zufrieden zu sein, zu träumen, sich auszutoben in den Bereichen, die einen wirklich interessieren, sich vielleicht auch mal was zu trauen, Gesundheit, Familie& Freundschaft. Egal ob man jetzt studiert, eine Ausbildung macht oder erst einmal ins Ausland geht. Denn nach der Schule stehen einem auf einmal alle Türen offen und das kann nach den letzten 10 – 13 Jahren im engen Korsett der Bildung ganz schön verwirrend und überfordernd sein.


Im Fazit?


Dank meinem Abitur kenne ich jedes einzelne Stadion der Zellteilung, kann Goethe in drei verschiedenen Sprachen rezitieren und beim Einkauf im Supermarkt den Radius eines Apfels berechnen . Wie ich allerdings meine Steuern machen muss, bei der Wohnungssuche nicht über den Tisch gezogen werde oder mein Geld zusammen halte, das muss ich mir selbst beibringen. Ein Unterrichtsfach zum Thema „Lebensorganisation“ oder „ How to manage life after school“ wäre klasse.


Und was sagt ihr dazu? Was würdet ihr gerne noch in der Schule lernen? Schreibt es uns in die Kommentare.

(hs/fd)